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Digitale Kraftgeräte: Was die Maschine über dich weiß

Digitale Kraftgeräte stellen sich automatisch ein, messen Kraft und Bewegungsumfang und passen den Widerstand an. Das macht den Einstieg einfacher und den Fortschritt sichtbar.

RPRené Pfeiffer··7 Min. Lesezeit
Modernes Kraftgerät mit Display in einem hellen StudioKI-generiert

Chip ans Gerät halten, Sitz fährt in Position, Gewicht ist eingestellt, das Display zeigt den Bewegungsbereich. Digitale Kraftgeräte nehmen dem Training die Einstellerei ab. Was steckt dahinter, und was heißt das für dein Training?

Wie erkennt das Gerät, wer trainiert?

Du meldest dich mit Chip, Armband, Karte oder App an. Das Gerät lädt dein Profil: Sitzhöhe, Hebelposition, Bewegungsumfang und Trainingsgewicht. Elektrische Antriebe stellen alles innerhalb weniger Sekunden ein. Beim ersten Mal legt eine Trainerin oder ein Trainer die Werte mit dir fest, danach sind sie gespeichert.

Der Widerstand kommt bei den vernetzten Zirkelgeräten in der Regel aus einem elektronisch gesteuerten Antrieb. Solche Geräte können den Widerstand innerhalb einer Wiederholung verändern. Bekannte Anbieter in deutschen Studios sind zum Beispiel EGYM und milon, beide mit vernetzten Gerätezirkeln.

Was misst das Gerät während des Trainings?

  • Kraft: Sensoren messen, wie viel Kraft du in jeder Phase der Bewegung aufbringst. Daraus entsteht eine Kraftkurve.
  • Bewegungsumfang: Das Gerät kennt Start- und Endpunkt und zeigt an, ob du den vollen Weg nutzt.
  • Tempo: Wie schnell du das Gewicht bewegst und ob die bremsende Phase langsamer ist als die drückende.
  • Wiederholungen und Sätze: werden gezählt und gespeichert, ohne Zettel und Stift.
  • Krafttest: Viele Geräte messen in regelmäßigen Abständen die Maximalkraft und passen das Trainingsgewicht daraufhin an.

Auf dem Display siehst du meist eine Zielkurve, der du mit deiner Bewegung folgst. Das hält das Tempo gleichmäßig und den Bewegungsumfang vollständig.

Welche Trainingsformen sind damit möglich?

Motorgetriebene Geräte erlauben Methoden, die an klassischen Geräten schwer umzusetzen sind:

  • Adaptiver Widerstand: Das Gerät passt den Widerstand an deine aktuelle Kraft an. Wenn du müde wirst, gibt es nach, damit die Wiederholung sauber zu Ende geht.
  • Exzentrische Betonung: In der bremsenden Phase ist der Widerstand höher als in der drückenden. Das setzt einen starken Reiz, kann aber auch mehr Muskelkater auslösen, siehe Muskelkater.
  • Isokinetisches Training: Die Bewegungsgeschwindigkeit ist fest, der Widerstand ergibt sich aus deiner Kraft.
  • Zirkel: Die Geräte sind vernetzt und geben den Takt vor: rund eine Minute je Station, dann wechselst du, der Sitz ist schon eingestellt. Ein kompletter Durchgang dauert je nach Hersteller 17 bis 30 Minuten.

Für den Muskel gilt dasselbe wie an der Hantel: Der Reiz entsteht, wenn die letzten Wiederholungen fordern. Wie viel Training dafür reicht, steht in Krafttraining ab 40.

Für wen lohnen sich digitale Geräte?

Für Einsteiger, weil die Technik weitgehend geführt ist und die Hemmschwelle sinkt. Für alle mit wenig Zeit, weil ein Zirkel von 30 Minuten den ganzen Körper abdeckt. Für Ältere, weil der Widerstand in kleinen Schritten steigt und die Bewegung geführt ist. Und für alle, die ihren Fortschritt sehen wollen: Die Kraftkurve von heute neben der von vor drei Monaten motiviert mehr als jede Waage. Was Messwerte aussagen und was nicht, erklärt der Beitrag Körperanalyse-Waage.

Freie Gewichte bleiben für viele Ziele unersetzlich, weil sie Stabilität und Koordination fordern. Ein guter Plan kombiniert beides.

Was ist mit den Daten?

Deine Trainingsdaten liegen beim Studio und in der Regel auf den Servern des Herstellers. Dazu gehören Kraftwerte, Trainingszeiten und oft auch Körperdaten aus einer Analysewaage. Frag nach, wo die Daten gespeichert werden, wer Zugriff hat und wie du sie einsehen oder löschen lassen kannst. Seriöse Studios haben darauf eine klare Antwort.

Mehr zu Geräten und Technik im Ressort Hersteller und Geräte.

Häufige Fragen

Sind digitale Geräte besser als klassische?

Sie sind einfacher und liefern Daten. Der Muskel unterscheidet nicht, ob der Widerstand von einer Scheibe oder einem Motor kommt. Entscheidend bleibt, dass die letzten Wiederholungen fordern.

Was passiert mit meinen Daten?

Trainingsdaten liegen beim Hersteller und beim Studio. Frag im Studio nach der Datenschutzerklärung und danach, ob du deine Daten einsehen und löschen lassen kannst.

Brauche ich trotzdem eine Einweisung?

Ja. Die Geräte stellen sich ein, aber die Bewegung führst du aus. Eine Einweisung sorgt dafür, dass Sitz und Bewegungsumfang zu dir passen.

Kann ich an digitalen Geräten Muskeln aufbauen?

Ja, wenn der Widerstand hoch genug ist. Die Geräte erlauben es, den Widerstand in kleinen Schritten zu steigern, das ist für den Aufbau sogar ein Vorteil.

Quellen

GeräteDigitalKrafttraining
RP
René Pfeiffer

Herausgeber, seit 2013 in der Fitnessbranche. Mehr zur Redaktion

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