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Presseschau

Lesenswert: die Auswahl der Woche

Jede Woche wählt die Redaktion drei bis fünf Beiträge aus dem Netz und aus den Studios unseres Netzwerks aus, ordnet sie in eigenen Worten ein und verlinkt das Original.

Woche 41, 2026

Einstieg, Plan, Betreuung, Messwerte: vier Faktenchecks fürs Studio

Diese Woche geht es um Fragen, die sich fast alle im Studio irgendwann stellen: Muss ich vorher zum Arzt, welcher Plan passt, brauche ich einen Trainer und was taugt die Körperfettmessung? Die vier Beiträge beantworten sie mit Fachgesellschaften und Übersichtsarbeiten statt mit Bauchgefühl.

  1. Gesundheit & Wissen

    Gesundheitscheck vor dem Trainingsstart: weniger Hürden, gezieltere Fragen

    Das American College of Sports Medicine hat neu geregelt, wer vor dem Trainingsstart ärztlich abgeklärt werden sollte. Statt eine lange Liste von Risikofaktoren abzuhaken, zählen drei Punkte: wie aktiv du bisher bist, ob du Beschwerden oder eine bekannte Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- oder Nierenerkrankung hast und wie intensiv du trainieren willst. So sollen Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Herzereignisse beim Sport auffallen, ohne dass alle anderen unnötig in eine Arztpraxis geschickt werden.

    Du bekommst ein klares Raster, um vor dem Einstieg selbst einzuschätzen, ob ein ärztliches Gespräch angebracht ist. Im Zweifel fragst du lieber einmal mehr nach.

    Quelle: American College of Sports Medicine (europepmc.org) · 2015

  2. Training

    Split oder Ganzkörper? Entscheidend sind die Sätze pro Woche, nicht der Plan

    Eine Metaanalyse im Journal of Strength and Conditioning Research fasst Studien zusammen, die Split-Routinen direkt mit Ganzkörperplänen vergleichen. Solange die Zahl der Sätze pro Woche gleich bleibt, unterscheiden sich Kraftzuwachs und Muskelaufbau nicht nennenswert. Die Autoren folgern, dass du den Aufbau nach Vorliebe und Terminkalender wählen kannst.

    Der Beitrag beendet eine Dauerdiskussion an der Hantelbank und lenkt den Blick darauf, was zählt: über die Woche verlässlich genug Sätze zusammenzubringen.

    Quelle: J Strength Cond Res (europepmc.org) · 2024

  3. Studios

    Mit Trainer stärker? Was Betreuung beim Krafttraining tatsächlich bringt

    Ein Team um James Fisher hat Studien gebündelt, in denen 301 betreut und 276 eigenständig trainierende Personen verglichen wurden. Bei der Kraft zeigte sich ein moderater Vorteil für die betreute Gruppe (Effektstärke 0,40), allerdings mit breitem Unsicherheitsbereich. Auf die Körperzusammensetzung hatte die Betreuung praktisch keinen Einfluss, und die Autoren bezeichnen ihre Auswertung selbst als explorativ.

    So kannst du einschätzen, wofür Trainerstunden oder Betreuung im Studio am ehesten etwas bringen: eher beim Kraftaufbau, kaum beim Blick auf die Körperzusammensetzung.

    Quelle: IUSCA Journal (journal.iusca.org) · 2022

  4. Gesundheit & Wissen

    Körperfettmessung per BIA: grobe Orientierung, kein exakter Einzelwert

    Eine systematische Übersicht aus diesem Jahr hat zwölf Studien ausgewertet, in denen BIA-Geräte gegen das aufwendige Vier-Kompartiment-Modell gemessen wurden. Im Mittel lagen die Geräte beim Körperfettanteil zwischen 3,5 Prozentpunkten zu niedrig und 4,4 zu hoch, und für einzelne Personen umfassten die Übereinstimmungsgrenzen typischerweise 15 bis 20 Prozentpunkte. Untersucht wurden gesunde, gewichtsstabile Erwachsene ohne Leistungssportler. Weil sich die Studien so stark unterschieden, verzichteten die Autoren auf eine Metaanalyse.

    Wenn du deine Fortschritte an der Körperanalyse im Studio festmachst, solltest du wissen, wie ungenau ein einzelner Messwert sein kann, und Kraftwerte, Umfänge und dein Befinden mit im Blick behalten.

    Quelle: Oliver et al., JFMK (doi.org) · 2026

Diese Woche dreht sich alles um den unteren Rücken: wie verbreitet die Beschwerden in Deutschland sind, was Leitlinien und Reviews zur Bewegungstherapie hergeben und welche Annahmen sich hartnäckig halten. Am Ende steht die Praxisfrage, wie man nach einer längeren Pause überhaupt wieder anfängt.

  1. Studios · Studio aus unserem Netzwerk

    Wiedereinstieg nach langer Pause: klein anfangen, regelmäßig bleiben

    Was ein Studio in Oldenburg zum Wiedereinstieg rät, gilt überall: Der Start scheitert selten an der Intensität und fast immer an der Regelmäßigkeit. Der Beitrag setzt deshalb auf wenige, moderate Einheiten pro Woche, kurze Trainingszeiten und eine nüchterne Standortbestimmung vor dem ersten Satz, statt auf ein ambitioniertes Programm, das nach zwei Wochen liegen bleibt. Feste Termine im Kalender ersetzen dabei die Hoffnung auf dauerhafte Motivation.

    Eine realistische Dosierung für den Anfang ist genau das, woran Wiedereinstiege in der Praxis am häufigsten scheitern.

    Quelle: Impuls Fitness Oldenburg (impuls-fitness.de) · 2026-09-18

  2. Gesundheit & Wissen

    Wie viele Menschen in Deutschland Rückenschmerzen haben

    Das RKI hat im Rahmen der Krankheitslast-Studie BURDEN 2020 erhoben, wie häufig Rücken- und Nackenschmerzen im Selbstbericht vorkommen. 61,3 Prozent der Befragten gaben Rückenschmerzen in den zurückliegenden zwölf Monaten an, 15,5 Prozent berichteten von chronischen Beschwerden, 45,7 Prozent von Nackenschmerzen. Die Zahlen ordnen ein, worüber im Studioalltag ständig gesprochen wird, und zeigen zugleich, dass der chronische Verlauf die Ausnahme und nicht die Regel ist.

    Wer Rückenbeschwerden einordnen will, braucht erst einmal eine belastbare Größenordnung statt Bauchgefühl.

    Quelle: Robert Koch-Institut (rki.de) · 2021

  3. Training

    Was die deutsche Leitlinie zum Training bei Kreuzschmerz sagt

    Die Nationale VersorgungsLeitlinie zum nicht-spezifischen Kreuzschmerz behandelt in Kapitel 5 die nicht-medikamentösen Verfahren. Für subakute und chronische Beschwerden steht Bewegungstherapie als primäre Behandlung mit dem stärksten Empfehlungsgrad, im akuten Stadium dagegen nur als offene Empfehlung, etwa bei unzureichendem Heilungsverlauf. Interessant für die Trainingsplanung: Programme mit Kräftigung und Stabilisation schneiden laut Leitlinientext bei der Linderung der Symptomatik besser ab als überwiegend kardiorespiratorisch ausgerichtete Programme.

    Der Text trennt sauber zwischen akut und chronisch, eine Unterscheidung, die in Trainingsempfehlungen oft untergeht.

    Quelle: Bundesärztekammer, KBV und AWMF (leitlinien.de) · 2017

  4. Gesundheit & Wissen

    249 Studien zu Training bei chronischem Kreuzschmerz, kurz zusammengefasst

    Der Cochrane-Review von Hayden und Kolleginnen wertet 249 randomisierte Studien mit insgesamt 24.486 Teilnehmenden aus. Gegenüber keiner Behandlung, Standardversorgung oder Placebo senkt Training den Schmerz wahrscheinlich, die Evidenzsicherheit stufen die Autorinnen und Autoren als moderat ein. Gegenüber anderen üblichen konservativen Verfahren fallen die Unterschiede allerdings deutlich kleiner aus, was die Erwartung an eine einzelne Methode zurechtrückt.

    Die Zusammenfassung zeigt klar, wo Training wirkt und wo die Belege dünner werden, ohne daraus ein Heilsversprechen zu machen.

    Quelle: Cochrane (cochrane.org) · 2021

  5. Gesundheit & Wissen

    Zehn Annahmen über Rückenschmerz auf dem Prüfstand

    O'Sullivan und Kolleginnen stellen verbreiteten Überzeugungen zum Rückenschmerz den Stand der Forschung gegenüber. Dazu gehören die Annahme, Kreuzschmerz sei in der Regel eine ernste Erkrankung, und die Annahme, er werde zwangsläufig dauerhaft und im späteren Leben schlimmer. Die Autorinnen und Autoren argumentieren, dass solche Überzeugungen selbst mit stärkeren Schmerzen und mehr Einschränkung einhergehen.

    Hilfreich für alle, die im Training oder im Gespräch mit typischen Rückenmythen konfrontiert werden.

    Quelle: British Journal of Sports Medicine (bjsm.bmj.com) · 2020

Auswahl und Einordnung stammen von der Redaktion. Studios, die Kunden von Studios in Motion sind, kennzeichnen wir als „Studio aus unserem Netzwerk". Mehr dazu unter Transparenz.

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