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Gesund älter werden im Harz: Wie ein Studio Einsteiger ab 60 begleitet

Wer mit 60 oder 70 mit dem Training beginnt, braucht vor allem drei Dinge: einen Eingangscheck, geführte Geräte und feste Termine mit Betreuung. Wie das im Alltag aussieht, zeigt das Beispiel AktiVita in Quedlinburg.

RPRené Pfeiffer··5 Min. Lesezeit
Ein Trainer von AktiVita in Quedlinburg betreut ein älteres Mitglied am Trainingsgerät

Sachsen-Anhalt hat die älteste Bevölkerung Deutschlands. Das Durchschnittsalter lag 2024 bei 48,3 Jahren, mehr als jeder Vierte ist über 65. Für Studios in der Region heißt das: Der typische Einsteiger ist nicht 25 und will einen Strandkörper, sondern 63 und will die Treppe zum Schlossberg noch lange ohne Pause schaffen.

Warum lohnt sich der Einstieg auch mit 60 oder 70 noch?

Weil der Körper in jedem Alter auf Training reagiert, und weil der Nutzen im Alter besonders greifbar ist. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Menschen ab 65 ausdrücklich Übungen für Gleichgewicht und Kraft an mindestens drei Tagen pro Woche. Der Grund sind Stürze: Eine Auswertung der Cochrane Collaboration über 108 Studien mit mehr als 23.000 Teilnehmenden ab 60 Jahren zeigt, dass Bewegungsprogramme die Zahl der Stürze bei älteren Menschen um 23 Prozent senken. Programme, die Gleichgewicht und Krafttraining verbinden, kamen auf 34 Prozent.

Was Krafttraining für die Knochen bedeutet, steht im Beitrag Osteoporose vorbeugen. Wie viel Training wirklich nötig ist, erklärt Krafttraining ab 40.

Wie sieht ein guter Einstieg ab 60 aus?

Drei Bausteine haben sich bewährt, und an ihnen lässt sich jedes Studio messen:

  1. Erst prüfen, dann trainieren. Ein Eingangsgespräch klärt Ziele, Vorerkrankungen und Medikamente. Wer Herz-Kreislauf-Beschwerden, Diabetes oder frische Operationen hat, spricht vorher mit der Hausarztpraxis.
  2. Geführte Geräte statt freier Hantel. Geräte mit fester Bewegungsbahn nehmen die Unsicherheit. Digitale Geräte speichern Sitzposition und Gewicht, sodass niemand Einstellungen im Kopf behalten muss.
  3. Feste Termine und ein Ansprechpartner. Wer weiß, dass dienstags um Viertel nach neun die Gruppe wartet, kommt auch im November.

Wie macht es AktiVita in Quedlinburg?

Das Studio in der Lindenstraße setzt alle drei Bausteine um. Am Anfang steht ein Gesundheitscheck, aus dem der Trainingsplan entsteht. Trainiert wird unter anderem an vernetzten EGYM-Geräten, die sich nach der Anmeldung selbst auf die Person einstellen, dazu kommen ein Herz-Kreislauf-Zirkel und ein Beweglichkeitszirkel.

Gymnastik mit dem Ball im Kursraum von AktiVita in Quedlinburg

Auffällig ist der Kursplan. Viele Studios legen ihre Kurse in den Feierabend. AktiVita hat mehrere Termine am Vormittag (Stand September 2026):

  • BALLance, montags um 10 Uhr: Entlastung für Muskeln und Bandscheiben.
  • Rückengymnastik, dienstags um 9.15 Uhr, außerdem mittwochs und freitags am späten Nachmittag und Abend.
  • Yoga, donnerstags um 9.45 Uhr.
  • Reha-Sport auf ärztliche Verordnung, an vier Terminen zwischen Dienstag und Donnerstag.

Geöffnet ist an sieben Tagen in der Woche, am Wochenende von 9 bis 13 Uhr. Zum Team gehören elf Mitarbeitende. Bei Google kommt das Studio auf 4,7 von 5 Sternen aus rund 150 Bewertungen (Stand September 2026).

Welche Rolle spielen Sauna und Erholung?

Eine größere, als viele denken. Wer neu anfängt, braucht zwischen den Einheiten Erholung, und ein fester Saunatag ist für viele der Grund, regelmäßig ins Studio zu kommen. AktiVita hat eine eigene Sauna mit eigenen Öffnungszeiten. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck gehört die Frage, ob Sauna passt, in die ärztliche Sprechstunde.

Die Sauna von AktiVita in Quedlinburg

Für die Beweglichkeit zwischen den Trainingstagen reicht ein kurzes Programm für zu Hause, zum Beispiel aus Beweglich bleiben.

Was kannst du daraus für deine Studiosuche mitnehmen?

Frag beim ersten Besuch nach vier Dingen: Gibt es einen Eingangscheck? Wer ist auf der Fläche ansprechbar, und zu welchen Zeiten? Gibt es Kurse am Vormittag? Und wird der Plan nach einigen Wochen überprüft? Wenn du viermal ein klares Ja bekommst, bist du richtig, im Harz wie überall.

AktiVita bietet statt eines Probetrainings einen Kennenlern-Termin an. Informationen dazu stehen auf akti-vita.de.

Mehr Beispiele aus Studios in ganz Deutschland im Ressort Studios.

Häufige Fragen

Bin ich mit 70 zu alt, um mit Krafttraining anzufangen?

Nein. Muskeln reagieren in jedem Alter auf Training. Wichtig sind ein langsamer Einstieg, eine saubere Einweisung und bei Vorerkrankungen die Rücksprache mit der Hausarztpraxis.

Wie oft sollte ich ab 65 trainieren?

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt ab 65 Jahren Übungen für Gleichgewicht und Kraft an mindestens drei Tagen pro Woche, dazu 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung. Für den Anfang sind zwei feste Termine ein guter Start.

Was ist der Unterschied zwischen Reha-Sport und normalem Training?

Reha-Sport ist ein Gruppenangebot auf ärztliche Verordnung, das die Krankenkasse für eine begrenzte Zeit trägt. Das normale Training im Studio läuft ohne Verordnung, mit eigenem Plan und freier Zeiteinteilung.

Woran erkenne ich ein Studio, das zu Älteren passt?

An einem Eingangscheck vor dem ersten Training, an Trainern, die auf der Fläche ansprechbar sind, an Kursen am Vormittag und an Geräten, die sich einfach und sicher einstellen lassen.

Quellen

Training ab 60QuedlinburgHarzEinsteiger
RP
René Pfeiffer

Herausgeber, seit 2013 in der Fitnessbranche. Mehr zur Redaktion

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